01/03/2012

Selbstversuch: Leben ohne Fernseher

Erinnert ihr euch noch an meinen alten Blogbeitrag “Selbstversuch: Eine Woche ohne Fernseher”? Aus heutiger Sicht befand ich mich damals bereits auf dem Weg zum Leben ohne Fernseher. Ich wusste es nur noch nicht. Schlimmer noch: Ich hätte nicht gedacht, dass ich wirklich dauerhaft ohne Fernseher leben kann.

Nach meinem Selbstversuch “Eine Woche ohne Fernseher” folgten viele weitere Tage und Wochen ohne Fernseher. Die Zeitspannen, in denen ich ohne Fernseher auskam, wurden immer länger und länger. Irgendwann stand der Fernseher nur noch herum und musste hin und wieder abgestaubt werden. Ich habe ihn nicht mehr benutzt. Trotzdem wollte ich ihn zunächst nicht hergeben.

Vielleicht war diese Situation vergleichbar mit der Situation, in der sich einige Männer befinden: Sie setzen auf Ökostrom und nachhaltige Ernährung, sie achten auf qualitativ hochwertige Produkte (die selten kaputt gehen) und ökologische Dämmmaterialien, aber sie wollen sich auf keinem Fall von ihren drei Autos trennen! Da hätten sie das Gefühl, dass man ihnen etwas wegnehmen will. (Ja, solche Männer kenne ich tatsächlich.)

Und so hatte ich das Gefühl, man will mir meinen Fernseher wegnehmen. Obwohl ich ihn gar nicht mehr benutzte… Letztendlich habe ich meinen Fernseher verschenkt. An eine Person, die sich sowieso früher oder später einen eigenen Fernseher zugelegt hätte. Ich dachte mir, das wäre ein fairer Kompromiss. Für mich und für die Umwelt. Auf diese Weise muss ein Fernseher weniger produziert werden… und wenn ich ganz große Sehnsucht habe, dann kann ich meinen Fernseher besuchen. (Aber das ist noch nie vorgekommen.)

Wie geht es mir jetzt ohne Fernseher? Eigentlich ganz gut. Ich habe mehr Zeit als früher und ich vermisse “meine” Sendungen nicht mehr. Eher im Gegenteil: Wenn ich bei anderen Menschen zu Besuch bin und wir gemeinsam fernsehen, wundere ich mich über Laber-Moderatoren, vorgeführte Menschen, nachgestellte Szenen und vieles mehr. Es kommt mir alles ziemlich aufgesetzt vor. Sehr unwirklich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mich dieses Zeug einmal gefesselt hat.

Ich muss allerdings zugeben, dass ein Leben ohne Fernseher nicht gleichzeitig ein Leben ohne Filme und Videos bedeutet. Natürlich sehe ich mir diverse Dokumentationen und Filme online an. Allerdings schaue ich jetzt viel gezielter. Früher dagegen habe ich oft ungezielt herumgezappt.

Lebt ihr auch ohne Fernseher? Wie geht es euch damit?

13/03/2012

Hallo Anke!
Ich lebe ohne Fernseher und es ist super! :) Mir fehlt nichts, ich vermisse nichts und es gibt keinen Abend an dem ich sagen könnte, dass ich Zeit vergeudet habe! Es gibt auch keine Filme oder Videos die ich mir im Netz ansehe, nichts dergleichen. Gut, ich sitze den ganzen Tag beruflich am PC und nutze sehr oft das Internet, aber auch das habe ich zu Hause nicht mehr. Es gibt etliche Sachen zu tun und man lässt sich nicht einfach von der Flimmerkiste in den Bann ziehen. Und mittlerweile denke ich, dass es auch überhaupt keinen Entspannungswert hat – meistens nervt es mich, wenn ich irgendwo zu Besuch bin, die Kiste läuft und ich merke, wie unaufmerksam die Menschen dadurch werden und was da eigentlich überwiegend für ein Mist läuft…
Aber ich kann trotz allem sehr gut verstehen, dass die meisten Menschen abends vor dem Fernseher sitzen, man kennt es ja eigentlich nicht anders. Ich bin auch nicht ohne groß geworden oder so. Ich mochte es einfach nicht mehr! :) )
Liebe Grüße
Melanie

Melanie

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