26/10/2011

Selbstversuch: Naturkosmetik

Als ich letztens in einer Drogerie vor einem großen Shampoo-Regal stand, fiel mir auf, dass sogenannte Naturkosmetik und konventionelle Ware bunt gemischt durcheinander stand. Noch vor ein paar Jahren wurden Bio-Produkte besonders hervorgehoben und bekamen einen gesonderten Standort im Regal. Daher war ich irritiert.

Ich fragte mich, ob der Begriff “Naturkosmetik” überhaupt geschützt ist und wie der Konsument echte Naturkosmetik von Wischi-Waschi-Produkten unterscheiden kann.

Wenn ich mir sicher sein möchte, dass ich wahre Naturkosmetik erhalte, gehe ich in den Bio-Laden. Dort finde ich eine breite Palette aller nötigen Produkte.

So verhalte ich mich, seit ich vor einigen Jahren einer großen Marke auf den Leim ging, die das Wort “Bio” in den Produktnamen einbrachte, ohne nennenswerte Mengen an Bio-Bestandteilen im Produkte verarbeitet zu haben.

So stand ich also vorm Regal und fragte mich, wie man eben solche schwarzen Schafe von echter Naturkosmetik unterscheiden kann. Ich schaute mir die Siegel an und war restlos überfordert… Wie so oft gab es eine Fülle an Siegeln.

Zu Hause angekommen machte ich mich also schlau:

Da gibt es zum einen das BDIH-Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik. Wer sich den Kriterienkatalog dieses Siegels anschaut, wird feststellen, dass auf die Rohstoffe und die Verarbeitung Wert gelegt wird. Tierversuche und bestimmte Tierische Rohstoffe werden ausgeschlossen.

Wer zusätzlich auf Bestandteile, die von Tieren produziert werden, verzichten möchte, sollte auf das Siegel Vegan achten. Diese beiden Siegel treten oftmals gemeinsam auf.

Des weiteren ist das Siegel von NaTrue interessant, denn es unterteilt sich in drei Stufen: Naturkosmetik (gekennzeichnet durch den Zusatz “natural cosmetics”), Naturkosmetik mit Bioanteil (“natural cosmetics with organic portion”) und Biokosmetik (“organic cosmetics”). Um das Siegel “Naturkosmetik mit Bioanteil” zu bekommen, müssen mindestens 70% der natürlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft und/oder kontrollierter Wildsammlung stammen. Für das Siegel “Biokosmetik” sind 95% nötig. Die drei Zertifizierungsstufen werden gelegentlich auch durch ein bis drei Sterne dargestellt, wobei drei Sterne für Biokosmetik stehen.

Wie ihr seht, stellt insbesondere das letzte Label allein für sich betrachtet schon eine große Herausforderung dar. Spätestens wenn man im Laden steht, weiß man nicht mehr, ob ein Stern nun besser war als drei Sterne oder wie der genaue Wortlaut war, auf den man achten sollte.

Neben den drei vorgestellten Siegeln gibt es natürlich noch einen ganzen Haufen anderer. Doch diese drei sollten euch im großen Dschungel der Produkte schon ein wenig helfen können.

Letztendlich gilt wie immer: Nur wer sich seine Produkte selbst anrührt, weiß auch wirklich, was drin ist.

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