15/05/2011

Was ist Müll?

Wenn ich an Müll denke, fällt mir zuerst der Hausmüll ein. Etwas Papier, Plastik, ein paar Glasflaschen, vielleicht etwas Restmüll. Doch müssen wir unseren Begriff von Müll nicht viel weiter fassen? Bin ich nicht auch für den Müll verantwortlich, den ich indirekt produziere?

Beziehe ich konventionellen Strom, bin ich mitverantwortlich für all den radioaktiven Müll. Kaufe ich ein Elektrogerät, bin ich mitverantwortlich für die Rückstände, welche bei der Produktion entstehen. Kaufe ich konventionelle Lebensmittel, habe ich indirekt den Boden verseucht. Durch Chemikalien und Pestizide. Kaufe ich gefärbte Kleidung, bin ich mitverantwortlich für das verschmutzte Wasser.

Ist es also so, dass ich ständig indirekt Müll produziere? Egal, was ich tue. Hm, nein, ich glaube nicht. Gehe ich in den Hofladen und kaufe dort unverpacktes Obst und Gemüse, produziere ich keinen Müll. Oder doch? Vielleicht ist bei der Produktion ein Gerät kaputt gegangen, welches entsorgt werden musste. Vielleicht mussten Teile der Ladeneinrichtung erneuert werden. Auch in einem kleinen Hofladen gibt es Preisschildchen. Also Papier-Müll. Jeder Kunde erhält einen Kassenbon, der natürlich früher oder später im Müll landet.

Doch zurück zur Frage “Was ist Müll?”

Vielleicht interpretiere ich das alles ja auch vollkommen falsch. Vielleicht ist all das gar kein Müll, sondern Rohstoff? Viele Recycling-Künstler beweisen, dass man aus den Dingen, die andere Menschen wegschmeißen, wertvolle neue Dinge kreieren kann. Und nicht nur Designer und Künstler denken so… Vieles von dem, was wir in die Mülltonne schmeißen, erfährt wirklich ein neues Leben. Aus altem Papier entsteht neues Papier, aus alten Plastikflaschen werden Fleecepullis (ob das nun klimafreundlich ist, ist eine andere Frage).

Müssen wir also unterscheiden zwischen wiederverwertbarem Müll und Müll, der wirklich Müll ist? Doch wo ist die Grenze? Ist all das, was wir verbrennen oder auf Deponien lagern, “echter” Müll? Nein, denn bei diesen Gegenständen lohnte es sich lediglich nicht mehr, sie wiederzuverwenden. Alles eine Frage des Preises. Vielleicht lohnt es sich in einigen Jahren, wenn die Preise für Kupfer, Gold und Silber weiter gestiegen sind, die alten, vor Jahren geschlossenen Deponien wieder zu öffnen und die Rohstoffe herauszuholen. Vielleicht. Dann wäre der Müll von damals zum wertvollen Rohstoff von heute geworden.

27/05/2011

Noch ein paar interessante Aspekte zum Thema Müll:
Müll ist eine menschliche Erfindung. In der Natur gibt es keinen Müll. Hier gibt es nichts, das nicht für irgendetwas oder von irgendjemanden wiederverwertet werden kann und wird. Wir sollten uns das als Beispiel nehmen.

Wenn wir das versuchen wollen, sollten wir zunächst beachten, dass Abfall typischerweise zwei wichtige Aspekte umfasst: Das Material, aus dem er gemacht ist und die Form, in die das Material gebracht wurde.

Wenn Abfall auf einer Mülldeponie landet, werden alle seine Aspekte (Material und Form) als Müll betrachtet.
Wenn Abfall in einer Müllverbrennungsanlagen verbrannt wird, wird dem energiefassenden Materialien ein Wert zugesprochen, weil sie verbrannt werden und Energie aus ihnen gewonnen wird.
Wenn man Abfall recycelt, wird dem Material an sich ein Wert zugeschrieben.
Und zum Schluss, wird Müll upgecycelt, betrachtet man beides, Material und Form, als wertvoll.

Kristina Bär

31/08/2011

Tolle Hinweise! Ich werde mich damit in Zukunft mehr beschaeftigen! Freue mich auf neue Beitraege!

Elias

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