17/05/2012

Klimafreundliche Flyer

Können Flyer überhaupt klimafreundlich sein?

Als Designerin stehe ich oft vor der Frage, wie ich meine Arbeit möglichst klimafreundlich gestalten kann. Ich betrachte dabei den gesamten Prozess: Von der Idee bis zur Umsetzung.

Zunächst einmal höre ich mir die Kundenwünsche an. Wenn der Kunde 500.000 Flyer wahllos an irgendwelche Briefkästen verteilen möchte, schlage ich ihm vor, nochmal genau darüber nachzudenken, wie er seine Zielgruppe besser erreichen kann. Vielleicht wäre es besser, ein ganz anderes Medium zu benutzen? Vielleicht könnte man die Flyer gezielt verteilen und so mit wesentlich weniger Flyern ans Ziel gelangen? Vielleicht wäre es besser, wenn der Interessent den Flyer mitnehmen kann (so würde das Verteilen entfallen)?

Auch während der Ideenfindung und Gestaltung achte ich auf klimafreundliche Verfahren: Mein Computer läuft mit Ökostrom. Sobald er nicht mehr benötigt wird, schalte ich ihn aus. Meine Entwürfe entstehen auf alten Papierresten. Probeausdrucke mach ich doppelseitig.

Dann kommt der Druck. An dieser Stelle kann ich nur noch beratend eingreifen. Ich schlage die Verwendung von Recyclingpapier vor. Ich plädiere für umweltfreundliche Druckverfahren. Doch letztendlich entscheidet der Kunde selbst.

Schön, wenn man sein eigener Kunde ist und all seine Wünsche und Vorstellungen selbst verwirklichen kann. In diesem Fall stellte ich mir die Aufgabe, eine Hand voll Flyer für mein Buch zu entwickeln. Ich wollte diese ganz gezielt an einer Stelle auslegen, an der viele Interessenten vorbeikommen. Daher brauchte ich nur eine sehr geringe Auflage.

Der Gestaltungsprozess verlief schnell und reibungslos, da ich die Gestaltung genau im Kopf hatte und keine Rücksprache mit dem Kunden notwendig war.

Auch beim Druck wollte ich mein eigener Herr bleiben. Ich entschied mich also, meinen eigenen Drucker zu benutzen. Mir war klar, dass die Druckergebnisse nicht besonders gut ausfallen würden. Doch genau diese Optik passt zum Inhalt meines Buches, fordere ich die Leser doch stets auf, alles selbst zu machen.

Ich verwendete kein Recyclingpapier, sondern nur alte Papierreste. Mal dick, mal dünn, mal grau, mal braun. Es entstand ein bunter, lustiger Flyer-Haufen. Und es hat Spaß gemacht!

Meine Visitenkarten entstehen auf die gleiche Art und Weise. Jede ein Unikat!

In diesem Zusammenhang eine kleine Bitte an alle mitlesenden Gestalter: Bevor ihr alte Papiermuster oder gar ganze Musterbücher im Papierkorb versenkt, denkt an mich… ich nehme sie gerne!

Anke

13/05/2012

Tipp
364

Nähcafé

Zum Glück besitzen wir eine eigene Nähmaschine. Geerbt sozusagen. Ihr Alter macht mir gar nichts aus. Ich habe sie schon oft genutzt, um schnell mal etwas zu flicken, um etwas zu ändern oder um mir etwas Neues zu nähen. Das macht Spaß und ist umweltfreundlich.

Doch nicht jeder besitzt eine Nähmaschine. So landen kaputte Kleidungsstücke viel zu schnell im Müll… Schade.

Hier kommt die Lösung: Das Nähcafé! Ein Nähcafé funktioniert im Prinzip wie ein Internetcafé. Nur mit Nähmaschinen an Stelle von Computern.

Oftmals werden zwei Preisvarianten angeboten: Eine günstigere für den Selbermacher und eine etwas teurere für den unsicheren Anfänger, der noch ein wenig Anleitung benötigt. Obendrein werden wöchentlich stattfindende Nähkurse angeboten.

Gemeinsam nähen macht nicht nur Spaß, es ist auch überaus umweltfreundlich, Nähmaschinen gemeinschaftlich zu nutzen. Doch bleibt es nicht allein bei den Nähmaschinen: Zuschneidetische, Bügelmaschinen, Schnittmuster, Bücher und Zeitschriften können ebenfalls gemeinsam genutzt werden. Das ist wirklich genial, denkt man an all die ungenutzten Schnittmuster und Anleitungen, die man mitkauft, wenn man ein Nähbuch oder eine Nähzeitschrift für sich alleine kauft, um DAS eine T-shirt nachzunähen.

Und es kommt noch besser: Was macht man eigentlich mit all den Stoffresten, die sich mit der Zeit so ansammeln? Ich kenne jemanden, der hatte nach einigen Jahren intensiver Näherei einen ganzen Kleiderschrank voller Stoffreste. Im Nähcafé findet sich sicher jemand, der noch ein paar Reste für seine Patchworkdecke benötigt…

Nähcafés gibt es zum Beispiel in Berlin, Frankfurt, Kiel, Wiesbaden und Chemnitz. In anderen Städten werden Nähtreffs angeboten, die beispielsweise einmal wöchentlich stattfinden. Auch hier werden Nähmaschinen und andere Gerätschaften gestellt.

Schau doch mal nach, ob es auch in deiner Stadt ein Nähcafé gibt.

Anke

08/05/2012

Leben ohne Küchenrolle

Die gute, alte Küchenrolle ist kaum aus der Küche wegzudenken. Dabei verursacht sie eine Menge Müll.

Daher bin ich sehr früh auf Küchenrolle mit kleineren Blättern umgestiegen. Natürlich musste es die Küchenrolle aus Recyclingpapier sein! Warum diese fast doppelt so viel kosten sollte, wie die Herkömmliche, blieb mir ein Rätsel. Aber der Umstieg fühlte sich gut an. Und was sich gut anfühlt, ist meistens richtig.

Nun wollte ich ausprobieren, ob sich ein Leben ohne Küchenrolle vielleicht noch besser anfühlt. Immerhin würde ich gar keinen Müll mehr verursachen, wenn ich für jede Küchenrollen-Situation den richtigen Ersatz fände. Als Ersatzprodukte legte ich mir Papiermüll (zum Beispiel alte Zeitungen) und Putzlappen zurecht. Die Putzlappen müssen gewaschen werden, daher sollten sie nur dann verwendet werden, wenns mit Papiermüll absolut nicht gehen würde. Der Weg zu den Putzlappen müsste also weiter sein, als der Weg zum Papiermüll. Somit würde sich die geplante Reihenfolge automatisch einstellen. So weit meine Vorüberlegungen.

Danach ging alles wie von selbst… Die letzte Küchenrolle wurde langsam leerer. Das neue System kam nach und nach zur Anwendung. Und was soll ich sagen? Es funktioniert so gut, dass das letzte Blatt noch immer an der alten Küchenrolle hängt. Und es hängt… und hängt… und hängt.

Selbstversuch geglückt! :-D

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Anke

06/05/2012

Tipp
363

Menstruationstasse

Heute ein Frauentipp: In der Werbung werden uns ständig Binden und Tampons präsentiert. Doch auch die neuesten Formen, Farben und Düfte können nicht davon ablenken, dass diese Dinger enorm viel Müll verursachen.

Daher stelle ich euch heute eine Alternative vor: Die Menstruationstasse, auch Menstruationsglöckchen oder Menstruationskappe genannt. Diese kleine “Tasse” wird zum Auffangen der Menstruation in die Scheide eingeführt und fängt dort alles auf. Sie kann entnommen, entleert, ausgespült und sofort wieder eingesetzt werden. Es entsteht also keinerlei Müll.

Natürlich gibt es noch weitere Alternativen und natürlich sollte jede Frau für sich entscheiden, welche Methode ihr am angenehmsten ist.

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Anke

01/05/2012

Inspiration und Informationsbeschaffung

Immer und immer wieder taucht die gleiche Frage auf: Warum tun wir so wenig gegen den Klimawandel? Immer wieder stellen wir fest, dass sich zwar langsam etwas ändert, aber es geht eben nur ganz langsam.

Wenn ich mich selbst betrachte, sehe ich oft, dass ich die richtigen Impulse im richtigen Moment benötige. Interessiere ich mich gerade für Ernährung, könnte ich stundenlang Artikel zum Thema Ernährung lesen, sauge alle Informationen begeistert auf und höre Freunden besonders genau zu, wenn sie über ihre eigenen Erfahrungen berichten.

Doch nicht immer ist es so einfach, diesen Punkt auszumachen. Was will ich heute? Was interessiert mich gerade? Auf der Suche nach neuem Stoff durchstöbere ich die bekannten Klimaschutz-Blogs und stoße dabei auf jede Menge interessanter Themen, doch keiner dieser Themen kann mich im Moment wirklich begeistern. Wo finde ich Inspiration?

Manchmal passieren diese Dinge ganz zufällig. Ohne dass ich es weiß, interessiere ich mich zum Beispiel für das Thema Plastik und bin plötzlich ganz empfänglich für Filme wie Plastic Planet. Einige Monate zuvor hätte mich das Thema vielleicht noch kalt gelassen.

Ich glaube, es ist die Kunst, die Menschen immer an dem Punkt abzuholen, an dem sie sich gerade befinden. Ich bin unglaublich froh, wenn ganz konkrete Leserfragen gestellt werden, denn dann kann ich ganz konkret helfen. Ich weiß, dass diese Menschen Fragen stellen, weil sie auf der Suche sind, weil sie interessiert sind, … Wenn sie in diesem Moment die richtige Information erhalten, werden sie ihr Verhalten ändern. Ist die Information nur schwer zugänglich oder das bestimmte Produkt nicht lieferbar oder nur unter großem Aufwand zu beschaffen, so geht das Interesse schnell wieder verloren. Schade! Chance verpasst…

Darum frage ich mich: Wie können wir es schaffen, den Menschen in unserer Umgebung zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen zu liefern? Wie finden wir die Menschen, die gerade auf der Suche nach Informationen sind? Und wie können wir die anderen inspirieren, auf neue Themen aufmerksam machen, neue Impulse vermitteln?

Zum tausendsten Mal zu hören, dass ich Wasser sparen soll, hilft mir nicht weiter. Es langweilt mich nur. Eine konkrete, neuartige Idee, wie ich effektiv Wasser sparen kann, fasziniert mich dagegen.

Mal angenommen, wir bekämen immer die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt, immer die richtigen Anregungen und Inspirationen, würde sich dann schneller mehr für den Klimaschutz tun? Was meint ihr?

Wo liegt euer Problem? Warum tut ihr nicht mehr für den Klimaschutz?

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Anke

29/04/2012

Torffreie Erde

Heute stelle ich euch eine Erweiterung zu Tipp 253 “Auf Torf verzichten” vor: Der Bund hat einen hilfreichen Einkaufsführer für torffreie Erde zusammengestellt.

Vielen Dank! Ich habe lange nach torffreier Erde suchen müssen. (Noch dazu hatte ich den Anspruch, dass die Erde NICHT mit Geraniendünger versetzt ist, da ich Gemüse und Kräuter darin ziehen wollte.) Letztendlich bin ich beim heimischen Entsorgungsfachbetrieb für Kompostierung fündig geworden.

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Anke

26/04/2012

Discounter setzen auf Bio?

Ich finde es immer wieder interessant zu sehen, wie die Discounter mit dem Thema Biolebensmittel umgehen. Natürlich haben sie alle ein Grundsortiment an Biolebensmitteln aufgebaut. In der Regel finden wir also Milch, fettarme Milch und Biomilch, Butter, gesalzene Butter und Biobutter, Möhren, Möhren in der Dose und Biomöhren, und so weiter.

Was mich jedoch erstaunt, ist die Tatsache, dass bestimmte Produkte in den Discountern nur noch als Bioprodukte erhältlich sind! Aufgefallen ist mir dies bei Zitronen (leider nicht das ganze Jahr über), Zitronenkonzentrat (das ist das Zeug in der gelben Plastikzitrone), Haferkekse und Sonnenblumenöl. (Diese Entdeckungen beziehen sich auf unterschiedliche Discounter.)

Das Prinzip ist klar: Ein Discounter hat nur wenig Stellfläche und bietet grundsätzlich weniger Produkte an. Daher finden wir in den meisten Produktkategorien nur ein Produkt (zum Beispiel einmal Rosinen, einmal Mehl, einmal Zucker, und so weiter) oder eine sehr geringe Auswahl (zum Beispiel feine und grobe Haferflocken). Die große Produktauswahl finden wir dagegen in den Supermärkten.

Nun scheint es sich für die Discounter nicht zu lohnen, Zitronenkonzentrat in der Bio- und der Nicht-Bio-Variante anzubieten. Also müssen sie sich für eine Variante entscheiden. Ich habe gehört, dass der Bio-Zitronen-Anbau nicht viel komplizierter sein soll als der gewöhnliche Zitronen-Anbau. Daher könnte ich mir vorstellen, dass der Preisunterschied für den Discounter sehr gering ausfällt. Und somit könnte die Entscheidung für das Bio-Produkt gefallen sein.

Das ist natürlich alles nur Spekulation. Trotzdem finde ich es sehr spannend und ich werde die Lage weiterhin im Auge behalten.

Sind euch ähnliche Dinge aufgefallen? Welche Erfahrungen habt ihr mit Biolebensmitteln vom Discounter gemacht?

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Anke

22/04/2012

Lesertipp: Baumwollbinden

Heute stelle ich euch einen Tipp meiner Leserin Petra vor: Sie verwendet waschbare Baumwollbinden und vermeidet so Monat für Monat eine Menge Müll. Petra ist ganz begeistert: “Die sind echt eine Wohltat und super Klimafreundlich! Ich benutze sie schon lange und kann sie mir nicht mehr weg denken!” Baumwollbinden sind unter anderem bei Purpurtage und Kulmine erhältlich. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern halten auch noch ewig.

Danke für den Tipp! :-)

Hast du ebenfalls einen Tipp, der noch nicht aufgeführt wurde? Dann schreib mir.

Anke

18/04/2012

CO2-Rechner für Kinder

Wer schon mal seinen eigenen CO2-Fußabdruck berechnet hat, hat dafür vermutlich diesen CO2-Rechner verwendet. Dieser ist jedoch für Kinder und Jugendliche eher ungeeignet.

Einen kindgerechten CO2-Rechner, der durch seine Fragen automatisch auf unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufmerksam macht, findet ihr hier. Einen Rechner für Jugendliche gibt es hier.

Anke

15/04/2012

Tipp
362

Öko-Jeans

Das Netzwerk Fairemode hat eine Übersicht der besten Öko-Jeans erstellt. Besonders interessant fand ich die Zusatzinformationen: Wer bietet kostenlose Repair-Kits oder sogar Repair-Events an? Wer produziert in Deutschland? Wie teuer sind die Jeans?

Der Jeans-Guide soll weiter ausgebaut werden. Helft mit, wenn ihr weitere nachhaltig produzierende Jeansfirmen kennt.

Anke

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